Aquarium einrichten – eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung

Aquarium einrichten

Wer ein Aquarium einrichten und eine neue, faszinierende Unterwasserwelt schaffen möchte, sollte auf einige Dinge achten. Damit die zukünftigen aquatischen Mitbewohner eine gesunde und komfortable Umgebung haben, finden Sie hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man ein Aquarium am besten aufstellt, einrichtet und wie die Einlaufphase abläuft.

Vorüberlegungen: Aquariengröße, Wasserwerte, Einrichtung

Bevor Sie Ihr Aquarium einrichten, sollten Sie einige Punkte planen. So können Sie direkt den passenden Bodengrund, eventuell nötiges technisches Zubehör und die passende Deko kaufen.

Leitungswasser reicht für viele Tiere aus. Je nach Ihren regionalen Wasserwerten und Ihren gewünschten Aquarienbewohnern, kann aber auch eine Änderung der Wasserparameter nötig sein. Falls Sie sich hier noch nicht so gut auskennen, besprechen Sie das vorher mit einem Experten. Eine Osmoseanlage ist nicht teuer und einfach zu bedienen. Mit Hilfe von speziellem Salz können Sie dann die Wasserwerte ganz exakt auf jeden beliebigen Bewohner anpassen.

Auch Beckengröße, Bepflanzung und Dekoration sollte nicht (nur) nach optischen Gesichtspunkten ausgesucht werden, sondern sich vor allem an den Ansprüchen Ihrer Tiere orientieren.

Das Aquarium aufstellen

Nach dem Auspacken sollten Sie das Becken genau auf Absplitterungen am Glas oder unsaubere Silikonabdichtungen kontrollieren. Dann stellen Sie das Becken eben auf (mit Wasserwaage prüfen) und waschen es mit klarem Wasser einmal aus.

Der Standort sollte nicht zu dicht an Heizungen liegen. Achten Sie, wenn Sie Ihr Aquarium einrichten, auch darauf, dass direktes Sonnenlicht das Aquarium nicht erreicht. Dies kann die Bildung von Algen fördern und im Sommer zu übermäßiger Erwärmung des Wassers führen.

Beim Aufstellen beachten: Ausreichend Platz für Technik und Wasserwechsel
Beim Ausrichten des Beckens, vor allem bei großen Aquarien, sollten Sie auch gleich alle Kabel und Schläuche von Filter, Heizer und anderer Aquarientechnik verlegen und sicherstellen, dass die Steckdosen gut zugänglich platziert sind. Sonst müssen Sie später mühsam das Wasser noch einmal ablassen, wenn das Aquarium noch einmal verschoben werden muss.

Bodengrund waschen und einfüllen

Wenn man ein Aquarium einrichten möchte, eignet sich als Bodengrund Aquarienkies oder Sand. Hier bitte unbedingt auf die Bewohner abstimmen. Beispielsweise benötigen Panzerwelse Sandflächen, wo sie nach Futter wühlen können.

Wie viel Bodengrund benötigt man für das Aquarium?
Für ein Aquarium mit 60 x 30 cm Grundfläche benötigen Sie eine Packung mit 10 kg Aquariensand oder feinem Kies, um 3 bis 5 cm Bodengrund aufzuschütten.

Unter dem Bodengrund können Sie an den Stellen, an denen Bodenpflanzen wachsen sollen, eine Schicht Nährboden aufstreuen, der einen Langzeit-Bodendünger für die Wasserpflanzen bereitstellt. Es ist aber auch problemlos möglich, die Pflanzen später nur bei Bedarf mit Wurzeldünger zu versorgen.

Wie wäscht man den Bodengrund?

Den Kies oder Sand sollten Sie waschen, sonst kann der anhaftende Staub und Abrieb das Wasser im Aquarium stark trüben. So mache ich es: Ich schütte in einen 10L-Eimer ungefähr 20 cm hoch Bodengrund, fülle doppelt so hoch mit Wasser, rühre mit der Hand kurz um und warte dann einige Sekunden, bis der Bodengrund sich wieder unten absetzt. Dann gieße ich den trüben Überstand ab. Das wiederhole ich dreimal pro Bodengrund-Portion.

Der beliebteste Bodengrund für Aquarien ist feiner Sand:

Nährboden (Langzeit-Bodendünger) für das Aquarium:

Etwas Wasser einfüllen und das Aquarium einrichten

Wenn der gewaschene, nasse Bodengrund im Aquarium verteilt ist, legen Sie einen Teller umgekehrt, also mit der Unterseite nach oben, auf den Bodengrund. Gießen Sie dann ganz langsam Wasser hinein. Über den Teller verteilt es sich so, dass sie den sorgsam platzierten Bodengrund nicht verwirbeln und auch kein Nährboden hochgewaschen wird.

Lassen Sie Wasser bis ungefähr 10 cm über der Oberfläche des Bodengrundes ein. Wenn man sehr große Aquarien einrichten möchte, kann es ruhig auch etwas mehr Wasser sein. Platzieren Sie jetzt erst die großen Dekorationen. Setzen Sie dann die Bodenpflanzen ein.

So bereitet man die Pflanzen für das Aquarium vor
In-vitro-Pflanzen holen Sie aus dem Becher, waschen das Nährgel gut ab und zupfen die einzelnen Pflänzchen auseinander. Bei Pflanzen im Topf entfernen Sie die Ringe zum Beschweren. Auch Steinwolle muss komplett entfernt werden. Das geht am besten, in dem sie die Wurzeln der Aquarienpflanzen in einem Gefäß mit Wasser vorsichtig von dem Substrat lösen. Dann teilen Sie die Pflanzen in mehrere, einzelne Stängel.

Setzen Sie die einzelnen Pflänzchen jetzt mit etwas Abstand in den Bodengrund. Eine große Pinzette kann helfen, sie weit in den Sand zu drücken, sodass sie nicht wieder aufschwimmen. Aufsitzerpflanzen gehören nicht in den Bodengrund, sondern werden auf Steinen oder Wurzeln befestigt.

Diese Pinzetten für das Aquarium eignen sich außerdem auch gut, um Fadenalgen oder abgestorbene Pflanzenteile zu entfernen:

Restliches Wasser einfüllen

Zum Auffüllen nutzen Sie wie vorher den Teller. Seien Sie geduldig und lassen Sie das Wasser ganz langsam einlaufen. Eine Gießkanne kann dabei helfen, dass kein zu starker Wasserstrahl entsteht. Lösen sich Pflänzchen wieder aus dem Bodengrund, drücken Sie sie wieder fest.

Aquarientechnik einrichten

Der wichtigste Schritt ist nun, dass Beleuchtung, Heizer und Filter funktionieren, damit das Becken einlaufen kann. Während Licht und Heizung in aller Regel nur eingesteckt werden müssen, sind die verschiedenen Modelle der Aquarienfilter manchmal nicht so einfach in Betrieb zu nehmen. Denken Sie aber auch daran, dass die Beleuchtungsdauer in der Regel über eine Zeitschaltuhr gesteuert wird, die bei Aquarien-Komplettsets meist nicht dabei ist.

Richten Sie sich dabei immer nach der Anleitung, die der Hersteller Ihrem Innenfilter oder Außenfilter beigelegt hat. Gerade bei Außenfiltern mit einem Gehäuse kann es vorkommen, dass sie nicht richtig starten oder laute Geräusche machen. Füllen Sie sie genauso, wie in der Anleitung beschrieben, mit Wasser und kippen Sie den Filter etwas hin und her, bis alle Luft entwichen ist.

Sprudelsteine mögen attraktiv aussehen, sind aber oft eher kontraproduktiv, weil sie das für Pflanzen wichtige Kohlendioxid aus dem Wasser austreiben.

Das Aquarium einfahren lassen

Aquaristik ist ein Hobby für Menschen mit Geduld. Das zeigt sich immer besonders in der Einlaufphase beim Aquarium, denn jetzt stehen einige Wochen Wartezeit an, bis dann endlich die Tiere einziehen können.

Aquarium einrichten – wozu dient die Einlaufphase?

Durch Futterreste und Ausscheidungen der Bewohner gelangt Ammoniak ins Wasser, der zu Nitrit umgewandelt wird. Nitrit ist schädlich für die Wasserbewohner, wird in einem funktionierenden ökologischen System aber durch Bakterien sofort weiter zum unschädlichen Nitrat umgewandelt. In der Einlaufphase geben Sie den nützlichen, Nitrit-abbauenden Bakterien ausreichend Zeit, sich im Bodengrund, auf Deko und im Filter anzusiedeln und sich zu vermehren.

Was ist der Nitrit-Peak?

Beim Einlaufen kommt es oft (aber nicht immer!) dazu, dass zunächst das Nitrit bis zu einem Höchstwert (dem „Peak“) ansteigt, bevor sich die abbauenden Bakterien genug vermehrt haben, und das Nitrit wieder sinkt. Ist das Nitrit nach dem Peak wieder auf Null gesunken, können Sie die Bewohner einsetzen. Tritt kein Nitrit-Peak auf oder haben Sie das Nitrit nicht regelmäßig gemessen, können Sie auch einfach vier Wochen abwarten.

Wie lange dauert die Einfahrphase?

Das Einlaufen dauert rund zwei bis vier Wochen. Sie können Filterbaktieren (sogenannte Bakterienstarter) hinzugeben. Dadurch kann die Einfahrphase etwas verkürzt werden.

Um den Nitrit-Peak zu erkennen und um verfolgen zu können, was sich während dem Einfahren tut, sollten Sie regelmäßig Nitrit messen. Teststreifen sind bei erfahrenen Aquarianern eher nicht gut angesehen und werden auch „Ratestäbchen“ genannt, da sie sehr ungenaue Werte liefern. In der Einlaufphase, in der man täglich misst, können Sie den Nitrit-Peak aber durchaus anzeigen.

Nur wenn der Nitritwert gegen Null geht, sollte man das unbedingt mit einem „richtigen“ Test (sprich: einem Tropfentest aus einem Testkoffer) bestätigen, damit auf keinen Fall zu früh Tiere eingesetzt werden.

Die Fische dürfen einziehen – aber bitte nicht alle gleichzeitig

Nach der Einlaufphase dürfen die Bewohner einziehen. Wenn Sie jetzt allerdings gleich eine große Gruppe Fische einsetzen, werden die wenigen vorhandenen Bakterien mit einer sehr großen Menge Ausscheidungen konfrontiert. Mehr, als sie verarbeiten können, denn sie benötigen einige Tage, um sich anzupassen und zu vermehren.

Sollen mehrere verschiedene Fische im Aquarium leben? Dann setzen Sie die Arten nacheinander ein. Ist ein großer Schwarm kleiner Gruppenfische geplant, beispielsweise ein Schwarm mit 25 Neons? Dann kaufen Sie zunächst nur 10 Stück davon, warten zwei Wochen und holen dann den Rest der Gruppe dazu.

Letzte Aktualisierung am 14.06.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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