Feenkrebse – Haltung und Zucht der Süßwasser-Urzeitkrebse

Feenkrebse

Feenkrebse, diese faszinierenden kleinen Urzeitkrebse, sind seit vielen Jahren beliebte Bewohner von Aquarien. Ihre auffällige Erscheinung und das interessante Verhalten machen sie zu einem spannenden Beobachtungsobjekt für Anfänger und erfahrene Aquarianer gleichermaßen. In diesem Blogtext erfahren Sie alles Wissenswerte über die Haltung und Zucht der Süßwasser-Urzeitkrebse. Begleiten Sie uns auf eine Reise in die Welt der Feenkrebse und lassen Sie sich von ihrem Charme verzaubern.

Was sind Feenkrebse?

Feenkrebse gehören zu den Krebstieren und hier zur Gruppe der Kiemenfußkrebse (Branchiopoda), einer uralten Klasse der Krebstiere, die seit Millionen von Jahren nahezu unverändert existieren. Man bezeichnet sie deshalb auch als Urzeitkrebse.

Zu den Urzeitkrebsen gehören:

  • Die zierlichen Feenkrebse, reine Süßwasserbewohner
  • Artemia, die den Feenkrebsen optisch sehr ähneln, aber Salzwasser benötigen
  • Triops und Schuppenschwanz / Schildkrebs (Lepidurus sp.), die deutlich größer werden und einen festen, auffälligen Panzer tragen

In der Natur leben Feenkrebse in flachen, temporären Gewässern, die oft nur wenige Wochen bis Monate im Jahr vorhanden sind. Diese Umgebung bringt besondere Herausforderungen mit sich, denen sie durch beeindruckende Anpassungsfähigkeiten begegnen. So können ihre Eier in Form sogenannter Dauer-Zysten extremen Trockenperioden widerstehen und erst dann schlüpfen, wenn die Bedingungen wieder günstig sind.

Ein weiterer Unterschied zu anderen Urzeitkrebsen ist ihre Lebensweise. Während Triops oft den Boden eines Gewässers aufwühlen, um Nahrung zu finden, schweben Feenkrebse meistens im Wasser und filtern Algen, Bakterien und andere kleine Organismen heraus. Diese spezielle Ernährung und Fortbewegungsweise machen sie zu besonders interessanten Beobachtungsobjekten im Aquarium.

Wie groß werden Feenkrebse?

Einige Händler übertreiben leider mit ihren Angaben und geben Größen bis 4 oder 5 cm an. Tatsächlich werden die üblicherweise angebotenen Arten aber nur ungefähr 1,5 bis maximal 3 cm lang, wobei der filigrane Schwanz eingerechnet ist. Sie sind also wirklich klein (vergleichbar mit Artemia), was sie aber nicht weniger spannend macht.

Suchen Sie eher nach größeren Urzeitkrebsen? Dann sehen Sie sich die verschiedenen Triops-Arten oder die etwas anspruchsvoller zu haltenden Lepidurus-Arten an.

Feenkrebse: Zuchtansatz kaufen

Hier sind die drei beliebtesten und meistverkauften Zuchtansätze für Feenkrebse:

Verschiedene Arten von Feenkrebsen

Im Handel sind Zuchtansätze für unterschiedliche Arten der Feenkrebse erhältlich. Hier eine kurze Übersicht einiger häufiger Arten, die man gut in einem kleinen Aquarium pflegen kann:

  • Branchinella thailandensis (Thailändischer Feenkrebs): Hübsch gefärbte, 2 bis 2,5 cm große Feenkrebse.
  • Streptocephalus sealii: 2 – 3 cm große Feenkrebse mit roter Schwanzflosse
  • Streptocephalus siamensis (Siam-Feenkrebs): Kleine (2 cm) Feenkrebse, die oft bläulich aussehen und ebenfalls eine rote Schwanzflosse haben.
  • Dendrocephalus brasiliensis (Brasilianischer Feenkrebs): 2 bis 2,5 cm große Feenkrebse mit einer Lebenserwartung von bis zu 3 Monaten.
  • Thamnocephalus platyurus (Biberschwanz Feenkrebs): Größere Feenkrebse (bis 4 cm Länge) und einem fächerförmigen Schwanzanhang.

Warum sind Feenkrebse so beliebt?

Feenkrebse sind aus mehreren Gründen besonders beliebt. Ein entscheidender Vorteil ist, dass sie relativ wenig Platz benötigen und daher auch in kleineren Aquarien problemlos gehalten werden können. Diese Eigenschaft macht sie ideal für Menschen, die wenig Raum zur Verfügung haben, aber dennoch die Freude an einem Aquarium erleben möchten. Einige Punkte sollte man aber doch beachten, auf die wir gleich noch genauer eingehen.

Ein weiterer Grund für die Beliebtheit der Feenkrebse ist ihre faszinierende Erscheinung und ihr Verhalten. Mit ihren transparenten Körpern und den ständig in Bewegung befindlichen Schwimmbeinen bieten sie ein interessantes Schauspiel. Das Beobachten ihrer Bewegungen und ihrer Fressgewohnheiten kann äußerst beruhigend und unterhaltsam sein.

Zusätzlich haben Feenkrebse eine vergleichsweise kurze Lebensdauer, was es ermöglicht, regelmäßig neue Generationen heranwachsen zu sehen. Dies bietet die Möglichkeit, den gesamten Lebenszyklus dieser Tiere zu beobachten – von der Eiablage über die Larvenentwicklung bis hin zum ausgewachsenen Krebs.

Diese Kombination aus einfachem Handling, geringem Platzbedarf und faszinierendem Verhalten macht Feenkrebse zu einem idealen Haustier für Aquarienliebhaber aller Erfahrungsstufen.

Die richtige Haltung von Feenkrebsen: Auf weiches Wasser und Temperatur achten

Wir empfehlen einen Behälter mit 5 bis 20 Litern Wasserinhalt. Gut eignet sich ein Nano-Aquarium mit 12 Stunden Beleuchtung am Tag, aber ohne Filter und ohne Strömung. Alternativ geht auch ein einfacher Kunststoffbehälter (Fauna-Box) mit einer zusätzlichen Lichtquelle.

Das Wasser muss weich sein. Selbst weiches Leitungswasser ist oft noch zu hart und die Feenkrebse schlüpfen darin nicht. Reines, destilliertes Wasser oder Wasser aus einer Osmoseanlage ist aber ebenfalls nicht ideal, da für einen stabilen pH-Wert eine gewissen Mineralstoffkonzentration nötig ist.

Viele Hersteller empfehlen, ein stilles, mineralienarmes Leitungswasser wie Volciv oder eine Mischung aus Volvic und destilliertem Wasser zu nutzen.

Gleichbleibende Wasserwerte sind wichtig
Feenkrebse sind empfindlich gegenüber Veränderungen der Wasserwerte. Ein Wasserwechsel wie im Aquarium ist nicht nötig. Füllen Sie verdunstetes Wasser immer nur langsam auf und nur mit Wasser der gleichen Härte und ähnlicher Temperatur.

Viel Einrichtung oder Aquariendeko brauchen die Krebschen nicht, da sie als Filtrierer durchgehend frei im Wasser schwimmen. Zu viel Einrichtung würde hier nur stören. Einen Bodengrund kann man aber gerne einfüllen, zum Beispiel eine dünne Schicht Aquarien-Sand. Wer Pflanzen für eine schönere Optik möchte, kann großblättrige Pflanzen einsetzen, die aber unbedingt genug freien Schwimmraum lassen sollten.

Die meisten Arten brauchen höhere Temperaturen von rund 25 °C (hier bitte immer auf die Angaben auf dem Zuchtansatz für die jeweilige Art achten). Im Sommer erreicht man die nötige Temperatur manchmal auch ohne Heizung, sonst ist ein kleiner Aquarienheizer sinnvoll. Da die Becken klein sind, eignet sich hier ein Mini-Heizer oder auch eine kleine Aquarien-Heizmatte sehr gut.

So funktioniert die Anzucht aus Eiern

Die Eier (in diesem Stadium nennt man sie Zysten) werden in das vorbereitete Becken gegeben. Wichtig ist, dass sie rundum nass sind und nicht am Beckenrand kleben. Einen Luftsprudler oder Belüftungsstein brauchen Sie jetzt noch nicht, er kann aber später eingesetzt werden (ist aber nicht zwingend nötig). Wohl aber Licht!

Die kleinen Baby-Feenkrebse, die in passendem, weichem Wasser innerhalb weniger Tage schlüpfen, nennt man Nauplien. Die Nauplien sind winzig und orientieren sich am Licht. Man sieht sie bei genauem Hinsehen oft in einem Schwarm zusammen an den hellen Stellen im Aquarium.

Nach weiteren zwei bis drei Tagen fangen die Nauplien an zu fressen und wachsen dann schnell heran.

Was fressen Feenkrebse?

Diese kleinen Krebse sind Filtrierer, was bedeutet, dass sie ihre Nahrung aus dem Wasser filtern. Ihre Nahrung besteht in der Natur hauptsächlich aus Mikroorganismen, Schwebealgen und Detritus.

Diese Futtermittel eignen sich für Feenkrebse

Sie können spezielles, im Handel erhältliches Staubfutter für die Aufzucht und Fütterung verwenden. Gut eignen sich folgende Futtermittel:

  • Spezialfutter (Staubfutter) für Feenkrebse oder Artemia
  • Spirulina-Pulver (am besten vorher in Wasser aufschwemmen und als Flüssigfutter zugeben)
  • Sehr fein zerriebenes Fischfutter (Flockenfutter oder Granulat)

Für die Nauplien kann man anfangs auch etwas Hefe (frische oder Trockenhefe) in Wasser auflösen und täglich wenige (!) Tropfen hinzugeben.

Generell sollten Sie nur wenig füttern. Ab dem Start der Fütterung kann ein Luftsprudler mit einer Membranpumpe für mehr Sauerstoff im Wasser sorgen, der durch die Zersetzung der Nährstoffe verbraucht wird.

Feenkrebse selbst weiter züchten

Feenkrebse werden nicht sehr alt. Je nach Art leben sie nur 4 Wochen bis maximal 3 Monate. Nach ungefähr 14 Tagen sind sie ausgewachsen und werden geschlechtsreif.

Dann werden Sie immer wieder Paarungen und anschließend Weibchen mit eine sichtbaren Eipaket beobachten können. Die Weibchen legen die Zysten dann auf dem Bodengrund ab beziehungsweise lassen sie einfach fallen.

Sind alle Tiere verstorben und Sie möchten mit der Haltung weitermachen? Dann können sie vorsichtig das Wasser abschütten und den Sand am Boden mitsamt der Zysten durchtrocken und ungefähr 4 Wochen trocken stehen lassen. Alternativ können Sie den Bodengrund mit den Zysten auch absaugen und in ein kleines Aufzuchtbecken überführen.

Nach der vierwöchigen Trockenzeit gehen Sie wieder vor wie nach dem Kauf des Zuchtansatzes und können mit etwas Glück beobachten, wie wieder neue Feenkrebse aus den Dauerzysten schlüpfen.

Urzeitkrebse kaufen: Weitere Produkte

Hier finden Sie weitere Zuchtansätze für verschiedene Urzeitkrebse, die sich gut im Aquarium halten lassen. Beachten Sie aber, dass beispielsweise Triops größere Becken mit viel Bodenfläche und Sandboden brauchen, wodurch sie nicht ganz so einfach zu halten sind, wie die kleinen, freischwimmenden Feenkrebse.

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Zusammenfassung

Feenkrebse sind faszinierende kleine Lebewesen, die sich hervorragend für die Haltung und Zucht im heimischen Aquarium eignen. Ihre einfache Pflege und die Möglichkeit, ihren gesamten Lebenszyklus zu beobachten, machen sie zu einem spannenden Projekt für Aquarienliebhaber und lässt sich auch toll als Gemeinschaftsprojekt mit Kindern gestalten.

Wichtig ist aber, auch bei diesen kleinen, genügsamen Krebsen auf die richtige Haltung zu achten, zu der weiches Wasser, eine ausreichende Temperatur und eine Beleuchtung gehören.

Letzte Aktualisierung am 14.06.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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