Aquarium reinigen: Tipps und Zubehör für die Aquarienreinigung

Aquarium reinigen mit einem Küchenschwamm

Zum Hobby der Aquaristik gehört dazu, dass man regelmäßig das Aquarium reinigen muss. Allerdings ist dafür gar nicht so viel nötig, denn viele Arbeitsschritte muss man nur gelegentlich durchführen. Zu viel Reinlichkeit ist im Aquarium sogar kontraproduktiv, denn eine zu intensive Reinigung beseitigt nützliche Bakterien.

Hier finden Sie eine Anleitung für die richtige Reinigung sowie Tipps für Zubehör und empfehlenswerte Hilfsmittel, die die Aquarienreinigung einfacher machen.

Weniger ist mehr bei der Aquarienreingung

Wenn ein Aquarium einige Zeit läuft und sich ein biologisches Gleichgewicht eingestellt hat, sitzen die hilfreichen Bakterien nicht nur, wie oft angenommen wird, im Filter. Sie besiedeln alle Oberflächen und sitzen in der obersten Schicht des Bodengrundes und auch in dem Mulm, der sich dort bildet.

Etwas „Dreck“ im Aquarium ist also sogar gut und hilfreich. Das lässt sich auch gut mit einem optisch wunderschönen Aquarium vereinbaren. Wir haben hier zusammengestellt, wie man am besten vorgeht, um ein gepflegtes, aber auch ökologisch stabiles Aquarium zu gewährleisten.

Falls Sie Raubfische oder Piranhas im Aquarium pflegen, sollten Sie bei den Pflegemaßnahmen im Aquarium immer Vorsicht walten lassen. Bei den meisten Fischen ist das Hantieren im Aquarium aber völlig problemlos möglich. Man sollte nur ruhige und langsam dabei vorgehen, um die Fische nicht zu erschrecken.

Wasserwechsel und Mulm absaugen

Der Wasserwechsel kann je nach Becken unterschiedlich ausfallen. Je kleiner das Aquarium und je dichter es mit Tieren besetzt ist, desto größer darf der Anteil an gewechseltem Wasser sein und desto öfter sollte man Wasser wechseln.

Wie oft Wasserwechsel und wie viel Wasser wechseln?
Bei den meisten Aquarien ist es sinnvoll, einmal in der Woche das Wasser zu wechseln. Dabei werden 10 bis 30 Prozent des Wassers ausgetauscht.

Das Wechselwasser sollte in Wasserhärte und Temperatur dem Aquarienwasser angepasst werden. Mit einem Thermometer sollten Sie überprüfen, dass sich die Temperatur im Aquarium bei Zugabe des Wechselwassers nicht um mehr als ein bis zwei Grad Celsius ändert. Sonst können die Fische Schaden nehmen.

Beim Wasserwechsel kann man zugleich Mulm absaugen. Dazu lässt sich auf den Wasserschlauch eine sogenannte Mulmglocke aufstecken. Diese ist unten breit, sodass der Wasserfluss geringer ausfällt und damit dicht über dem Bodengrund gut Futterreste und angesammelte Häufchen Mulm abgesaugt werden können.

Wenn Sie Garnelen oder sehr empfindliche Tiere halten, oder wenn Ihr Wasser gechlort sein könnte, dann können Sie dem Leitungswasser einen Wasseraufbereiter zufügen. Generell nötig ist das aber nicht.

Tools wie Pinzetten sowie feine Kescher helfen, beim Wasserwechsel abgestorbene Pflanzenteile aus dem Wasser zu holen.

Dabei helfen folgende Tipps, damit das ökologische Gleichgewicht im Aquarium geschont wird:

  • Mulm nicht zu häufig absaugen: Oberflächlichen Mulm kann man in Becken, die zu starker Mulmbildung neigen, ruhig jede Woche absaugen. Zu viel Mulm ist dem Gleichgewicht ebenfalls nicht zuträglich. Allerdings reicht es dabei, nur sie Stellen mit größeren Mulmansammlungen abzusaugen. Sie müssen nicht penibel den gesamten Bodengrund durchgehen.
  • Bodengrund nicht bis in die Tiefe säubern: Mit der Mulmglocke muss man Kies nicht bis in die Tiefe durcharbeiten (bei Sand muss man hier sowieso vorsichtiger sein, da feiner Sand trotz Mulmglucke leicht mit abgesaugt wird). Oberflächliche, locker aufliegende Ablagerungen zu entfernen, reicht völlig.
  • Mulm vermeiden mit Schnecken: Hält man Schnecken als Putztruppe, entsteht kaum Mulm. Turmdeckelschnecken arbeiten Böden mit Sand oder feinem Kies durch. Posthornschnecken und die oft unfreiwillig eingeschleppten Blasenschnecken sind nützliche Entsorger von Futterresten, Fischausscheidungen und abgestorbenen Pflanzenteilen.
  • Mulm vermeiden durch sparsame Fütterung: Füttern Sie nur so viel, wie Ihre Tiere in wenigen Minuten fressen können.
Aquarium reinigen: Schnecken können helfen, indem sie Futterreste fressen.
Nützliche Helfer: Genoppte Turmdeckelschnecke („Nöppi“)

Arten von Mulmglocken / Mulmsaugern für das Aquarium

Es gibt zwei Varianten, wie Mulm abgesaugt werden kann.

Variante 1: Die Mulmglocke

Die Mulmglocke wird beim regulären Teilwasserwechsel eingesetzt. Sie wird auf den Schlauch aufgesteckt, sodass mit dem Wechselwasser auch der abgesaugte Mulm entsorgt wird.

Variante 2: Elektrische Mulmsauger

Diese Mulmsauger funktionieren, wie der Name schon sagt, elektrisch. Viele Modelle saugen nicht nur Wasser mit Mulm ab, sondern filtern es und geben das gefilterte Wasser ins Becken zurück. In dem Fall können die Geräte also unabhängig vom Wasserwechsel eingesetzt werden. Man muss aber regelmäßig den Filtereinsatz reinigen.

Scheiben im Aquarium reinigen

Wie oft Sie die Scheiben im Aquarium von innen reinigen müssen, ist unterschiedlich. In einigen Becken bilden sich, je nach Besatz und Wasserwerten, relativ schnell Ablagerungen. In anderen sind die Scheiben auch nach Wochen noch blitzblank.

Rennschnecken, Geweihschnecken, Stahlhelmschnecken und andere Aufwuchsfresser können dazu beitragen, dass Beläge auf Scheiben reduziert werden. Antennenwelse hingegen nicht, obwohl das manchmal angenommen wird und die Welse fälschlicherweise auch als „Scheibenputzer“ verkauft werden.

Zum Reinigen der Scheiben können spezielle Scheibenreiniger genutzt werden. Diese haben entweder einen längeren Griff oder bestehen aus zwei Teilen, die mit Magnet aneinanderhaften. Der innere Teil ist mit Rasierklingen versehen und schabt innen die Algenbeläge ab, während der zweite Teil außen an der Scheibe entlanggeführt wird.

Beide Modelle nutzen Rasierklingen, um die Beläge abzuschaben. Sie funktionieren also ähnlich wie ein Ceranschaber für den Herd. Für die Bereiche ganz unten am Übergang zum Bodengrund eignen sich Zahnbürsten, mit denen man vorsichtig bis unter den Rand des Bodengrundes schrubben kann.

Scheibenreiniger mit Griff:

Magnetische, zweiteilige Scheibenreiniger (Scheibenmagnet):

Neben den Modellen mit Rasierklingen tut es aber auch der gute alte Schwamm. Hier reicht ein normaler Spülschwamm aus. Allerdings ist hier besser ein weicherer Geschirrschwamm zu nutzen als die sehr harten Topfreiniger. Letztere können kleine Kratzer hinterlassen, was die Scheibe stumpft macht und die Silikonnähte mit der Zeit aufrauen kann.

Spezielle Schwämme für die Aquarienscheiben:

Aquarium und Aquarienscheiben von außen putzen

Das Aquarium kann man hin und wieder auch von außen reinigen. Auf dem Deckel lagert sich Staub ab. Die Glasscheiben können von außen Kalkflecken durch Wasserspritzer haben oder werden durch Staub und Fingerabdrücke verschmutzt.

Hier eignen sich entweder klares Wasser und ein weiches Tuch zum Nachpolieren, oder herkömmliche Glasreiniger. Glasreiniger aber bitte nur so verwenden, dass sie auf keinen Fall ins Wasser gelangen. Bei offenen Becken sollte man also besser etwas abseits vom Aquarium das Tuch einsprühen, nicht die Aquarienseiten.

Den Filter reinigen

Im Aquarienfilter setzt sich mit der Zeit zunehmend Filterschlamm und Dreck ab. Das gehört bis zu einem gewissen Grad zur Filterfunktion dazu. Zu oft sollten Sie Ihren Filter deshalb nicht reinigen.

Außenfilter und größer Innenfilter muss man zum Reinigen vom Wasserkreislauf trennen. Dann werden die Filtermedien vorsichtig ausgespült. Ist die oberste Schicht eine Filterwatte, kann diese komplett erneuert werden. Zeitrahmen: Ungefähr alle 3 bis 6 Monate (oder länger, wenn das Becken problemlos läuft).

Schwammfilter in Becken mit Garnelen oder Krebsen sind oft sehr feinporig und setzen schnell zu. Hier hat sich bewährt, die Schwämme alle ein bis zwei Wochen beim Wasserwechsel vorsichtig abzuziehen und in dem Eimer mit dem abgelassenen Aquarienwasser mehrmals auszudrücken. Grobporige Schwammfilter muss man weniger oft reinigen.

Deko, Abdeckung und Technik reinigen

Wenn Deko und die technischen Geräte im Aquarium sichtlich Beläge angesetzt haben, sollte man diese ebenfalls reinigen. Zum einen werden so Kieselalgen entfernt, die sich sonst zu stark vermehren können. Zum anderen funktionieren Geräte die die Heizung im Aquarium sonst mit der Zeit nicht mehr optimal oder können sogar geschädigt werden.

Entnehmen Sie die zu reinigenden Gegenstände und schrubben sie unter fließendem Wasser mit einer Wurzelbürste oder, wenn das Material es erlaubt, mit einer Stahlbürste alle Anlagerungen ab. Oft reicht aber auch ein einfacher Küchenschwamm aus.

Hat Ihr Aquarium einen Deckel? Werfen Sie in dem Fall auch einen Blick auf die Unterseite der Aquarienabdeckung, putzen Sie Wasserflecken vom Gehäuse der Beleuchtung und entfernen Sie Verschmutzungen am Inneren der Abdeckung.

 

Letzte Aktualisierung am 24.04.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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